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Happyend Balu

Am 4.September 2012 kam Balu an Bord einer Air Berlin Maschine aus Barcelona nach Düsseldorf.  Info`s hatten wir wenig, aber wir wussten zumindest, daß seine spanischen Besitzer ihn "entsorgt" hatten, da sie ihre Sicherheit und die ihrer Kinder in seinem Beisein gefährdet sahen.



Mein Haus, mein Garten, meine Zitrone :-(  Balu in Spanien bei seinen Vorbesitzern.
Bei Elena, die ein kleines Tierheim in Spanien betreibt und mit dem Verein "Tierfreunde Spanien e. V. " unbeschreiblich wichtige und gute Arbeit zum Schutz der heimatlosen Tiere im Raum Barcelona macht, fand Balu Asyl, bis er die Möglichkeit mit einem Flugpaten auszureisen hatte.


Protectora Granollers
Ankunft in Düsseldorf


Die Eingliederung in unser bestehendes Rudel verlief zunächst relativ entspannt, ist aber natürlich in der Anfangsphase bei sehr ausgeglichenen und sozialen Hunden bei einem Neuzugang kein Garant für Harmonie auf Dauer.





Nach dem ersten vorsichtigen Abchecken der Lage war unserem Balu dann auch schnell klar, daß hier durchaus Handlungsbedarf in der Übernahme der Führungsrolle anstand. So wurde es  dann allmählich recht ungemütlich und Balu fiel in sein in Spanien erworbenes Verhaltensmuster und entschied die Dinge eigenständig. Nicht nur im Hunderudel, nein, er hatte sich entschieden den gesamten Haushalt zu organisieren. Stratetisch wichtige Plätze hatten grundsätzlich ausschließlich für ihn reserviert zu sein, wer wann und wo was tat bzw. tun wollte, hätte seiner Meinung nach erst mal fragen müssen. Mit der bei uns allgemein recht strukturierten Führung, die zwar liebevoll, aber sehr konsequent im Ablauf ist, konnte er recht wenig anfangen, da er mehr als 5 Jahre offensichtlich der alleinige Entscheidungsträger im Hause seiner spanischen Vorbesitzer war. Ein langer Prozess des Umdenkens für unseren Balu nahm seinen Anfang. Kleinere und auch größere Meinungsverschiedenheiten führten oft bei uns zu Verzweiflung und manchmal auch fast zur Resignation. Es gab Fortschritte, die uns alle sehr glücklich machten und Niederlagen, deren Narben noch heute wehtun :-(  





Balu hat viel gelernt in den 1,5 Jahren, die er nun hier ist. Er hat gelernt, daß er sich auf seine Menschen verlassen kann und belohnt es mit einer unglaublichen Liebe. Als er kam, war er ein verunsicherter Angstbeisser, der es nicht mal zuließ, daß man in seine Ohren schaute. Das Ziehen einer Zecke oder ähnliche Dinge war monatelang nur mit Maulkorb und mithilfe mindestens 3 festhaltenden kräftigen Personen möglich. Frustation und Langeweile, unkonsequenter Führungsstil und zum Schluß die Isolation hatte diesen Hund zu einem unleidlichen und nicht ungefährlichen Hund werden lassen.




Heute hat er seinen Platz in seiner (unserer)  Familie gefunden. Es waren harte Monate für ihn und für uns als seine Pflegefamilie. Aber wir werden den Weg auch weiterhin gemeinsam gehen und ihm und uns eine Trennung, die ihn eventuell wieder in sein altes Muster verfallen lassen könnte, ersparen. Seltsamerweise verhielt er sich bei jeder anbahnenden Adoption kurz vorher wieder unmöglich und erreichte damit, daß wir seine Abgabe nicht verantworten konnten. Auch weiterhin wird seine Erziehung und Führung Kraft und Nerven kosten, aber Balu lernt mit Eifer, auch Dinge, die andere zu Lachen bringen und er das Gefühl hat, ein wichtiger Teil seiner Familie zu sein.




 
 



Balu mit seinem besten Freund Bob, der im Januar 2014 verstarb und für ihn und uns eine große Lücke hinterlassen hat.

 
Danke an Elena, an Anja und Marlen vom Verein "Tierfreunde Spanien", die uns diesen ganz besonderen Hund anvertraut haben. Danke an meine Familie, die nicht immer, aber meistens, an ein gutes Ende geglaubt hat und dem Baluchen seine immer noch gelegentlichen "Ausraster" grossmütig verzeiht.
                                                                                                                                     Text: Sigrid Hofmann


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